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Wie kommen Jugendliche sicher ins Berufsleben?

15. Februar 2011
von Gertrud Kühnlein (Sozialforschungsstelle, TU Dortmund) und Dr. Christiane Koch (Referentin für Arbeitsmarktpolitik)


Auch wenn die Wirtschaftskrise überwunden zu sein scheint und Fachkräftemangel sich in manchen Bereichen bemerkbar macht, haben viele Jugendliche weiterhin Schwierigkeiten, zuverlässig ins Berufsleben zu starten. Der Übergang von der Schule in Ausbildung und Arbeit ist und bleibt für viele ein Problem.

Das Land Bremen hat mit den ›Vereinbarungen für Ausbildung und Fachkräftesicherung 2011 bis 2013‹ zugleich ein neues Konzept verabschiedet. Damit sollen die bisherigen Angebote des sogenannten Übergangssystems, die auch schwächeren Schülerinnen und Schülern Pfade ins Berufsleben weisen, insbesondere in der Schule verbessert werden. Die Arbeitnehmerkammer möchte mit der Vorstellung unterschiedlicher regionaler Erfahrungen und Überlegungen einen Beitrag zum Thema leisten.

1. Unterschiedliche Definitionen des ›Übergangssystems‹: Übergänge - wohin?

Der Begriff des regionalen ›Übergangsmanagements‹ hat als bildungspolitisches Schlagwort in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, ohne dass im Einzelnen klar ist, was damit gemeint ist. Insbesondere unterscheiden sich die Definitionen der Übergangs-Passage sowie die dabei angesprochenen Zielgruppen: Wohin eigentlich sollen welche Jugendlichen übergehen?
Dabei gibt es zwei konkurrierende Modelle:

  • Das Verständnis des ›Beruflichen Übergangssystems‹ als der Passage zwischen Verlassen der allgemeinbildenden Schule (Sek I) und dem Eintritt in eine (betriebliche) Berufsausbildung.
  • Die Definition von ›Übergängen‹ als länger andauerndem Suchprozess auf dem Weg von der Schule in eine stabile Beschäftigung.
Daraus folgen unterschiedliche Leitbilder: Versteht man ›Übergänge‹ als Einmündung in eine (betriebliche) Berufsausbildung, dann bedeutet ›Systematisierung‹ des Übergangsgeschehens, dass die Wege in Ausbildung möglichst kurz sein sollen. Ziel ist die rasche Einmündung unter Vermeidung von Wartezeiten, die Abschaffung des Übergangssystems das damit erklärte (Fern-) Ziel. Definiert man die Übergangspassage als ›Einmündung in stabile Beschäftigung‹, ist das Ziel erst erreicht, wenn Jugendliche dauerhaft im (Ausbildungs- und) Arbeitsleben angekommen sind. Dies impliziert eine ›biografiebegleitende Berufswegebegleitung‹, die weit über den Ausbildungseintritt hinausreichen kann.

2. Modellhafte Entwicklungen der regionalen Gestaltung des Übergangssystems

Den unterschiedlichen ›Linien‹ entsprechen teilweise sehr unterschiedliche Wege der regionalen Gestaltung des Übergangsgeschehens. Hier spielen regionale Konstellationen eine große Rolle. Die Gestaltungsmöglichkeiten in Stadtstaaten unterscheiden sich zum Beispiel erheblich von denen in Flächenstaaten und bedürfen einer genaueren Beleuchtung. Demografischer Wandel und die aktuell optimistischen Wirtschaftsprognosen führen zudem zu der Frage:

3. Schafft sich das Übergangssystem nicht einfach selbst ab?

Sind die langjährigen Debatten um berufliche Einstiegsprobleme junger Menschen Schnee von gestern? Fehlt es bald nicht an Ausbildungsplätzen, sondern an Bewerbern? Oder sind Übergangsprobleme doch ein Dauerproblem, weil es immer Jugendliche geben wird, die den Anforderungen der Wirtschaft ohne Unterstützung nicht genügen?


Weitere Informationen:
 

In Kooperation mit dem ESF-Projekt OPTI-QUA lädt die Arbeitnehmerkammer am Mittwoch, 13. April, 16-18.30 Uhr, zu Information und Diskussion ein. Gertrud Kühnlein von der Sozialforschungsstelle/TU Dortmund wird über Modelle und Erfahrungen zum regionalen Übergangsmanagement berichten. Anschließend werden Bremer Expertinnen und Experten sowie fachlich Interessierte zu Wort kommen.
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